Modul 4 (Automatisierung mittels PC).

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Zuerst wird da mal eine Nachführkamera benötigt. Diese läßt sich einfach aus einer PC-Webcam herstellen. Der Aufbau der Astrocam (Webcam) ist sehr einfach. Benötigt wird lediglich eine Philips ToUCam Pro (ca. 199.- DM) sowie ein Alugehäuse (Conrad Elektronik 541613-88 DM 9,95). Am Gehäuse sind nur wenig Modifikationen notwendig, da die Platine fast genau reinpaßt. Den Okularstutzen läßt man sich am besten Drehen.

  

Die Astrocam (Webcam) kann natürlich auch für Astroaufnahmen verwendet werden ;-)
Hier ein Bild wie das Kamera Innenleben inzwischen aussieht (Habe sie jetzt auch nach Steve Chambers modifiziert ;-)




Die Steuereinheit (LX200 Kompatibel).


Die Schaltung ist recht einfach gehalten. In erster Linie besitzt sie einen Mikroprozessor der die Kommandos der seriellen Schnittstelle in Steuersignale für die TAL-Motoren umsetzt. Diese können an den Anschlüssen (ENWS) abgegriffen werden. IC2 dient hier als elektronischer Schalter für kleine Leistungen !
Über JP2 lassen sich die Ausgänge auf 5V schalten. Dies wird z.B. bei Modul 2 verwendet. Über JP1 kann die voreingestellte Geschwindigkeit zwischen 50 Hz und 60 Hz umgeschalten werden. Der Mikroprozessor ist so Programmiert, daß er die wichtigsten Meade LX200 Kommandos versteht. Dies hat den großen Vorteil, daß beliebige Autoguiding Software verwendet werden kann. Die meisten Software Autoguider unterstützen das LX200 und somit auch das TAL QH2PC (Die Platine kann natürlich auch mit anderen Steuereinheiten wie z.B. den EZB's verwendet werden. Genau genommen kann die Schaltung mit jeder Steuerung umgehen die über Taster für Korrekturen verfügt). Als Empfehlung will ich hier das Programm AstroVideo nennen. Es ist zwar nicht kostenlos (29$), aber meiner Meinung nach macht es einen guten Eindruck und unterstützt das gleichzeitige Fotografieren und nachführen (Autoguiding). Das QH2PC unterstützt es natürlich auch ;-). Zu bemerken ist vieleicht noch, daß die dynamische Geschwindigkeitsregelung derzeit nur vom QH2PC Projekt unterstützt wird. Noch ein Wort zur Lieferbarkeit der Platine und des Mikroprozessors: Aufgrund der Mindestbestellmenge von 10*10cm (PCB-Pool) werde ich die Platinen (Modul 1,3,4) nur noch im Set Fertigen lassen. Wer nur Modul 4 Bauen möchte muss unter Umständen mit Wartezeiten rechnen (Dies ist wirklich kein Böser Wille oder so, aber ich mache dies hier nicht Hauptberuflich und neben Arbeit usw. möchte ich natürlich auch noch zum gucken kommen. Die Anfragen bezüglich des Modul 4 übersteigen jetzt schon alle Erwartungen. Hinzu kommt noch das Projekt, 'Umbau einer ToUcam Pro zur doppelstufig Peltiergekühlten Astrocam' was sehr viel meiner Freizeit in Anspruch nimmt). Wenn jemand die Schaltung auf Lochrasterplatine aufbauen möchte (was bei den paar Bauteilen sicher möglich ist) kann dies natürlich tun (ist halt nicht so hübsch, passt nicht so schön in das Gehäuse und macht Arbeit ;-). Der Schaltplan hierzu:


(zum vergrössern anklicken)



Für dieses Modul wird wieder eine Platine sowie ein Atmel 89C4051 Mikroprozessor benötigt (Der Mikroprozessor ist bereits Programmiert und muss lediglich in den dafür vorgesehenen Sockel gesteckt werden. Es ist also keinerlei Programmiergerät für Mikroprozessoren nötig !)

(Kann bei mir Bestellt werden)

Desweiteren sind folgende Bauteile zu bestellen. Bei den Bauteilen sowie der Bestückung gilt das gleiche wie bei Modul 1.

PC-Steuerung (55,31 DM)

Bauteil(e)

Stück

Bestellnummer

Einzelpreis / DM

C2,C5,C6,C7,C8

5

Tantal 10/25

2,00

C3,C4

2

Kerko 27p

0,14

Q1

1

Quarz 22,1184 MHz -HC18

0,86

IC2

1

74HC4016

0,57

IC3

1

MAX 232 CPE

1,95

R1

1

Metall 8,2K

0,15

C1

1

MKS-02 100n

0,30

Sockel für IC1

1

GS 20 P

0,44

       

Gesamtpreis (Stand 5/2001)

 

zzgl. 35.- EURO für die Platine und den Mikroprozessor

6,41

(Das komplette Platinenset (Modul 1,3 und 4 mit Mikroprozessor) ist für 65,- EURO erhältlich ;-)
Wer Modul 1-3 (QH2) schon gebaut hat, kann hier 40 EURO abziehen !)

Sind alle Teile eingetroffen, kann die Platine wie im Bestückungsplan angegeben


bestückt werden.

Der Anschluss ist nicht kompliziert und wer das empfohlene Gehäuse aus Modul 2 verwendet hat, kann die Platine ohne Schraubbefestigung in die dafür vorgesehenen Schlitze schieben. IC1 sollte in jedem Fall gesockelt werden da davon auszugehen ist, dass das Betriebsprogramm des Mikroprozessors um weitere LX200 Kommandos erweitert wird (gilt natürlich nur für das QH2PC Projekt). Um auch andere in den Genuss dieser Platine kommen zu lassen, habe ich den Ausschnitt für die Kabeldurchführung nicht fest eingeplant. Vielmehr ist dieser wie im Bestückungsplan zu sehen Perforiert ;-)
Alle die das empfohlene Gehäuse verwendet haben, können diesen Ausschnitt heraustrennen. Die anderen können das 3mm Loch zum festschrauben verwenden.

Ich beziehe mich bei den Aderfarben etc. ausschließlich auf das QH2PC Projekt !

Nun zum Anschluss (nur für QH2PC’ler !):

Der Anschluss Pin1 wird mit dem noch unverdrahteten Kabel (Grau-Rosa) in der Handsteuerbox verbunden. Der Anschluss North wird am Taster (Dekl. rauf) zusammen mit dem blauen Kabel verbunden. Der Anschluss South wird am Taster (Dekl. runter) zusammen mit dem grauen Kabel verbunden. Es werden zwei Brücken an JP2 (1 und 3) mittels Silberdraht etc. hergestellt. Wer einen Pfostenstecker verwendet hat, kann da auch Jumper drauf stecken. Der Anschluss V- wird mit dem schwarzen Kabel verbunden. Der Anschluss V+ wird über ein Stück zusätzlichen Draht (am besten Rot) mit dem Drehschalter (Anschluss 12) verbunden. Die Anschlüsse 1 und 6 des Drehschalters werden miteinander verbunden. Die Begrenzungsscheibe am Drehschalter kann jetzt wieder so aufgesteckt werden, dass 6 Schaltzustände möglich sind. Diese sind jetzt (im Uhrzeigersinn) 'Aus - Sonne - Mond - Variabel - Sterne - Auto'. Der Anschluss RX wird an der 9poligen Sub-D Buchse mit Pin 3 verbunden. Der Anschluss TX wird an der 9poligen Sub-D Buchse mit Pin 2 verbunden. Die Anschlüsse 7 und 8 der 9poligen Sub-D Buchse sind zu verbinden. Zu guter letzt muss noch der Masse (GND) Anschluss mit Pin 5 an der Sub-D Buchse verbunden werden. Die Anschlüsse East und West bleiben hier unverdrahtet. Wird JP1 mit einer Brücke verbunden, wird die voreingestellte Geschwindigkeit von 50 Hz auf 60 Hz geändert :-). Die Umschaltung Tubus Ost/West geschieht weiterhin mit dem Schiebeschalter in der Handsteuerbox. Die Funktion der Taster im Handsteuerboxgehäuse bleibt erhalten (Will der Autoguider nach Norden und der Beobachter nach Süden, wird gewartet bis eine Einigung erziehlt wurde ;-).


Happy Autoguiding ;-)

Jetzt noch ein kurzes Statement für all die anderen Astrofreunde (EZB’ler etc.):

Der Anschluß an andere Steuerungen ist ebenfalls sehr einfach. V+ wird mit einer stabilisierten 5Volt Spannungsversorgung verbunden. V- geht an Masse. RX und TX gehen an einen entsprechenden Stecker (Buchse) für die Serielle Kommunikation. Es muss darauf geachtet werden, dass auch das serielle Kabel mit Masse versorgt werden muss. Die Anschlüsse East, North, West, South mit den darunterliegenden Pins können wie Schalter (für kleine Leistungen (max. 20mA) !) betrachtet werden. Das heißt im Klartext: Soll das Teleskop nach Norden fahren wird eine Verbindung zwischen North und dem darunterliegenden Pin hergestellt (wie bei einem Taster halt). Der Pin 1 bleibt hier unverdrahtet !!!

Fast hätte ich es vergessen: Als serielles Kabel zum PC kein NULL-Modem Kabel verwenden !

Die Verbindung wird mit einem einfachen seriellen Verlängerungskabel hergestellt !

Als Autoguiding Software kann wie oben bereits erwähnt jede beliebige Software verwendet werden, die das Meade LX200 unterstützt ;-)

Ein weiteres Feature sind die bereits jetzt (vom Mikroprozessor) unterstützten Fokussierkommandos. Auf diejenigen die ihren Okularauszug Motorisiert haben wartet eine weitere Überraschung (also den Mikroprozessor unbedingt Sockeln ;-). Ich gehe davon aus, dass auch hier wieder eine Huckepacklösung für die Handsteuerbox zum Einsatz kommen wird. Über das (leider noch nicht vollendete) Programm TAL QH2PC Pro läßt sich die Geschwindigkeit sowie die Geschwindigkeitsdifferenz (quasi) stufenlos einstellen. Bis es soweit ist läuft das TAL im Auto-Mode mit 50/60 Hz und hat eine voreingestellte Geschwindigkeitsdifferenz von 10 Hz. Da fremde Autoguiding Software die dynamische Geschwindigkeitsanpassung nicht kennt (wird auch vom LX200 nicht unterstützt, zumindest nicht in diesem Maße) wird dieses versteckte Feature erst mal im Mikroprozessor nicht zur Verwendung kommen. Also dranbleiben, wir werden schon noch zeigen was das TAL alles drauf hat !
Für die Schreiber solcher Programme, möchte ich auch noch kurz auf die erweiterten Befehle eingehen:

#:XS TT.T# = Geschwindigkeitsdifferenz einstellen
#:XG# = aktuelle Geschwindigkeitsdifferenz abfragen
#:GX# = Copyright der Firmware abfragen
#:GV# = Firmwareversion abfragen
#:M,Q,ST,GT,T+,T-,F+,F-,FQ# werden laut Meade LX200 Spezifikation unterstützt.

und es geht weiter ...

Hier schon mal die ersten Screenshots der PC-Software ;-)

 

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Copyright © 2002 by Anand Rajiva , E-Mail: astronomie@rajiva.de


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